Wie immer (gute Stimmung mit Musik (Discman), Kartenspielen,
Geschichten,..). Nachteilig war der Stress beim Einsteigen und bei der
Platzsuche, was aber bei 106 Personen nicht zu verhindern ist. Im Zug
erfolgte dann die Zimmereinteilung.
Die Fahrt dauerte etwa viereinhalb Stunden und war im Großen und
Ganzen okay. Zu Beginn gab es einen kleinen Zwischenfall, da einem das
Essen hochkam. Er konnte sich aber noch rechtzeitig aus dem Fenster
"hängen". Diese Aktion verursachte natürlich ein großes Gelächter bei den
meisten von uns Mitreisenden.
Wir waren in einem 4-Sterne-Hotel untergebracht. Es war das erste Mal dass ich in einem solchen Hotel wohnte. Das Essen war ausgezeichnet, die Zimmer eher klein, dafür stand in jedem ein kleiner Fernseher mit Teletext und 8 belegten Kanälen. Die maximale Lautstärke war jedoch nicht sehr laut. In jedem Zimmer befand sich natürlich auch ein besonders gut gepflegtes Badezimmer. Außerdem besitzt jedes Zimmer einen Balkon. Wir hatten leider keine allzu günstige Lage erwischt. Man sah zwar ein bischen den Wörthersee, aber den größten Teil der Aussicht nahm uns der Wald weg.
Die erste Nacht habe ich überraschend gut hinter mich gebracht.
Meistens kann ich die erste Nacht, wenn ich irgendwo auf Urlaub bin
überhaupt nicht schlafen, hier war das keineswegs der Fall. Ich schlief
so gut wie schon lange nicht mehr. Zum Glück hatte keiner von meinen
Zimmerkollegen die schlechte Angewohnheit im Schlaf zu schnarchen.
Das Frühstück fand wie auch an den übrigen Tagen um 8 Uhr statt. Es
gab für jeden (nur) eine Semmel, wenn man mehr essen wollte, musste man
sich mit Schwarzbrot zufrieden geben.
Um 9 Uhr begann der Segelkurs, für den ich mich entschieden hatte. Zu
Beginn gab es etwa eine Stunde eine etwas trockene Einführung. Unser
Segellehrer zeigte uns wie man ein Segel "setzte", was man dabei alles
beachten muß und wie man schließlich das Segel wieder "bergt". Danach
durfte wir zum ersten Mal ein Segelboot betreten. Ich hätte es mir
viel schwieriger vorgestellt, aber zum Glück hatten wir nur einen
leichten Wind. Wir hatten täglich 5 Stunden den Segelkurs, der Rest war
im Großen und Ganzen Freizeit.
Nach dem Mittagessen in einer Pizzeria sah ich mich ein bischen in
Velden um, suchte einen Supermarkt für Obst, Süßigkeiten und was man
eben sonst so benötigt. Auf dem Nachhauseweg besorgte ich mir einige
Ansichtskarten, und schrieb noch am selben Tag einige nach Hause. Am
Nachmittag (14 Uhr) ging dann der Segelkurs weiter.
Um 17.30 Uhr folgte dann das Abendessen und danach spielten wir (meine zwei
Zimmerkollegen und ich) DKT.
Frühstück wie am Vortag, danach wieder zweieinhalb Stunden im
Segelboot. Am Vormittag hatten wir so gut wie keinen Wind, was das Segeln
eher langweilig machte, da man sich kaum vom Fleck rührte, und so nutzte
ich die Gelegenheit, einmal so richtig das Wasser zu genießen. Es war
eigentlich ganz angenehm, zu Beginn etwas kälter, aber wenn man einmal im
Wasser ist, ist es ganz okay.
Wir waren übrigens nicht die einzigen Segelanfänger auf See. An den
Vormittagen gesellte sich eine zweite, überwiegende Mädchengruppe aus der
Steiermark, zu uns auf den See. Wir waren übrigens zu viert in einem Boot.
Zu Mittag stand eine sogenannte "Bananenfahrt" am Programm, was auch
sehr lustig war.
Am Nachmittag herrschte dann leider ein extrem starker Wind, es war
zwar kein Sturm, aber das Segeln fiel trotzdem buchstäblich ins Wasser,
und so kam es, dass uns unser Segellehrer in die Kunst des Knotenbindens
einführte. Danach versuchte er uns einige Grundkenntnisse des Segelns
beizubringen, aber für mich klang das was er erzählte wie eine
Fremdsprache, da er fast ausschließlich irgendwelche
Seefahrtsbezeichnungen verwendete, aber zum Glück gab es ein dünnes
Heftchen, wo alles klar verständlich beschrieben war.
Nach dem Abendessen spielten wir wieder DKT, aber diesmal zu fünft.
Wir spielten etwa 4 bis 5 Stunden bis tief in die Nacht.
Der Vormittag verlief, wie am Vortag, wir hatten aber etwas mehr Wind.
Zum Mittagessen suchten wir uns eine Pizzeria in Velden. Am
Nachmittag herrschte angenehmer Wind zum Segeln. Dadurch war das Segeln
auch viel angenehmer, da man nicht immer irgendwo im Wasser herumstand,
sondern mit einer angenehm schnelleren Geschwindigkeit durch die Gegend
"brauste".
Am Abend spielten wir zur Abwechslung Karten (Rummy, Poker, ...)
Der Tagesablauf war wie bisher, mit der Ausnahme, daß es heute kein
Abendessen gab, dafür aber ein Mittagessen. Der Grund dafür war, dass
heute ein Volleyball-Klassen-Turnier um 18 Uhr stattfand. Da ich täglich
fünf Stunden am Segelboot verbrachte, und ich deshalb kaum Zeit zum
Einkaufen hatte, nützte ich diesen Tag dafür. Außerdem besorgte ich mir
die restlichen Postkarten, die ich noch am selben Tag schrieb und
abschickte. Insgesamt verschickte ich sieben Karten.
Heute stand auch die schriftliche Prüfung zum Segelgrundschein am
Programm, was aber kein Problem war, da wir die Fragen im "Teamwork"
beantworteten, außerdem verwendeten wir unauffällig das "Segelheftchen".
Obwohl unser Segellehrer uns oft dabei "erwischte" sagte er kein Wort,
ganz im Gegenteil, bei einigen Fragen half er uns sogar ein wenig.
Am Abend sahen wir uns ein wenig im Ort um. Es gab zwar eine
Diskothek, aber, da ich mir aus solchen Lokalen nichts mache, blieb es
dabei, dass ich das Gebäude nur von außen sahen. Wir waren etwa bis 23 Uhr
unterwegs.
Heute regnete es ein wenig, was uns aber nicht vom Segeln abhalten
konnte, wir waren allerdings nur 3 Boote (von 10) denen der Regen nichts
ausmachte. Mit der Zeit hörte der Regen auf, doch der Wind wurde immer
stärker und so kam es, dass wir einige waghalsige Manöver starteten, wir
hatten jedenfalls eine Menge Spaß dabei.
Am Nachmittag bekamen wir dann den Segelgrundschein, den, wie
erwartet, jeder von uns schaffte. Danach starteten wir eine Wettfahrt,
wobei wir als fünfte (von sechs) ins Ziel kamen.
Nach der Wettfahrt ging ich noch im Supermarkt einkaufen, denn
schließlich war heute der letzte Tag der Sportwoche (leider!!) und für
die Heimreise brauchte ich natürlich noch etwas Proviant. Außerdem kaufte
ich mir noch ein paar Andenken (unter anderem eine kleine Diddl-Maus im
Rettungsring. Sie passt irgendwie zu diesem Kurzurlaub, da ich ja die
meiste Zeit am Wasser bzw. im Segelboot verbrachte.)
Am Abend ging ich dann mit einem meiner Zimmerkollegen ins Kasino.
Für mich war's das erste Mal. Wenn ich schon einmal die Gelegenheit habe
das Kasino in Velden zu besuchen, dann nutze ich diese auch, dachte ich
mir! Der erste Eindruck war gar nicht so schlecht, obwohl ich mit meiner
"Strategie" kein Glück hatte und etwa 300 ÖS (ca. 22 Euro) verspielte.
Am Nachhauseweg begegnete ich noch einige meiner Schulkollegen in einer Bar.
Hier trank ich mein zweites Bier auf der Sportwoche. Ich weiß, dass das
nicht viel ist, aber ich mache mir nicht viel aus Alkohol!
Nach dem Frühstück (wie immer um 8 Uhr) ging es mit dem Taxi Richtung
Bahnhof, wo wir etwa eine halbe Stunde auf den Zug warteten. Diesmal gab
es keine allzu große Hektik beim Einsteigen und bei der Kabinensuche.
Während der Fahrt spielten wir "Paschen". Wir hatten natürlich
wieder eine Menge Spaß dabei.
Wie auch schon bei der Hinfahrt wurden wir in Salzburg, da wir in den
letzten beiden Waggons saßen, einfach an den Regionalzug Salzburg-Linz-
Wien angehängt, wir ersparten uns also das lästige Umsteigen.
Als wir in Linz ankamen versuchte ich zu Hause anzurufen, doch leider
konnte ich niemanden erreichen und so kam es, dass mich die Mutter eines
Schulkollegen nach Hause fuhr, wofür ich ihr natürlich sehr dankbar bin!
Das erste was ich daheim tat, war mich ins Bett zu legen und eine
Runde mit meinem Teddy zu kuscheln, danach las ich meine Post (waren ja
nur zwei Briefe) und ließ mir ein heißes Bad ein und verbrachte etwa eine
halbe Stunde dort.
Zusammenfassend kann ich sagen, daß diese Woche wieder sehr schön und
abwechslungsreich war, und ich froh bin, dass meine Eltern mir diese
relativ teure Reise erlaubt und sie finanziell unterstützt haben.
Ich lernte zwei völlig neue Dinge kennen: erstens das Segeln, was
mir unendlich viel Spaß machte, und bestimmt auch allen anderen, und
zweitens das Kasino von innen.
Außerdem möchte ich noch die überaus nette Bedienung im Hotel erwähnen. Das
Wetter war, einmal abgesehen von einem "kleinen" Regen auch okay.
Eine Ferienbekanntschaft machte ich, wie sollte es bei meiner so großen
Schüchternheit auch anders sein, nicht!
Tja, das war sie also, die Sommersportwochen der vierten Klasse der HTBLA Leonding 1996/97.