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Gefreiter: Heute wurde ich, so wie viele andere ebenfalls, befördert. Seit der
Standeskontrolle heute Morgen trage ich daher diese beiden "Kekse". Auf jeder
Schulter einen. Die Beförderung nahm unser (neuer) Kompaniekommandant durch. Mit der Zeit
merkte man ihm an, dass ihm das kurze Sätzchen "Ich befördere Sie gemäß $8 des
Wehrgesetztes 1990, mit Wirksamkeit vom 01.05.99 zum Gefreiten" zum Hals hängte. Er
sagte es ja auch ziemlich oft. Eine Urkunde gab es dazu auch. Bei der ihnen aber ein
klitzekleiner (Rechtschreib)-Fehler unterlief. Beim Wort "Pionierbataillon"
haben sie das "r" vergessen und nur Pioniebataillon (!) geschrieben.
Zur Beförderung gibt es eigentlich nichts zu sagen. So etwas ganz besonderes war es
auch wieder nicht. Zumindest nicht für mich! Mir geht das Bundesheer trotzdem voll auf den
Keks. Das einzig Gute ist, dass ich jetzt um über 500 Schilling (etwa 36 Euro) mehr an
Sold bekomme. Sonst ändert sich überhaupt nichts. Es bleibt alles genauso beschießen wie
vor der Beförderung.
Zur Abwechslung hatten wir heute wieder einmal eine Kabelbauübung. Zuerst beluden wir
das Fahrzeug mit den nötigen Kisten, Kabeltrommeln, Baustangen und den restlichen für
diese Übung notwendigen Zeug. Dann, als das Fahrzeug nicht fahren wollte, es nicht
ansprang, entluden wir es wieder und überprüften den Bausatz auf Vollzähligkeit. Während
dessen wurde der Akku des Fahrzeugs aufgeladen. Weil das alles so schön war und das Wetter
auch, verluden wir es eben noch einmal. So ging der ganze Vormittag drauf. Wozu das alles
wieder gut war? Wahrscheinlich, damit wir, während der Akku geladen wurde, beschäftigt
waren. Damit uns nicht langweilig wurde. Das war wieder einmal typisch Bundesheer!
Am Nachmittag bauten wir dann von der Kaserne weg und verlegten insgesamt drei
Kabeltrommeln. Das ganze bei schönem Wetter, so dass ich, da ich wieder der Ausleger war,
ordentlich ins schwitzen kam. Wir bauten nicht besonders schnell, eher gemütlich, dafür
schien die Sonne und dadurch kam ich ins schwitzen. Während ich also die (schweren)
Kabeltrommeln trug, jammerten die anderen ständig, wenn sie einen Handgriff machen
mussten.
Manchen ist es zu langweilig, wenn sie alleine in einem Zimmer sind. Mich stört es nicht so, wenn außer mir niemand hier ist. Ich habe meine Ruhe. Niemand lästert über mich, Ich höre zumindest niemanden der blöd über mich redet. Es ist angenehm ruhig. Ich habe keine Ahnung wo die anderen drei aus dem Zimmer hingefahren oder hingegangen sind. Wahrscheinlich sind sie nach Hause gefahren. Es ist mir auch völlig gleichgültig wo sie jetzt sind. Die Hauptsache ist, dass ich hier meine Ruhe habe!
Das Besondere am heutigen Tag war, dass beim Feldkabelbau der Ladetransporter (also das Heeres-Kraftfahrzeug) mit dem ganzen Baugerät ein Stück von einem Feldweg abkam und seitlich auf die Wiese rutschte. Eine Weiterfahrt war undenkbar. Das ganze passierte so gegen 10 Uhr. Der Trupp-Kommandant rief sofort mit dem Telefon, mit denen wir normalerweise die Baumeldungen nach jeder ausgelegten Kabeltrommel machten, in der Kaserne an und meldete diesen Vorfall. Danach warteten wir, und warteten, und warteten, bis endlich ein Fahrzeug kam, mit dem sie den Ladetransporter herausziehen wollten. Doch dieser hatte zuwenig Power. Also fuhren wie wieder in die Kaserne zurück und versuchten es mit einem etwas größeren und stärkeren Gefährt. Dieser hatte keine besonderen Mühen das Fahrzeug zu "bergen". Über zwei Stunden dauerte diese Aktion, die normalerweise in einer halben Stunde erledigt sein könnte. Beim Bundesheer dauert eben alles ein wenig länger. Man hat ja keinen Stress. Bis sich jemand dazu gefunden hat, der sich irgendwie dazu verantwortlich fühlt, dass dauert eben auch eine Weile.
Zum eigentlichen Kabelbau gibt es nicht viel zu sagen. Nur dass, sich unser
Zugskommandant wieder einmal über unsere lasche
Vorgehensweise (beim Kabelbau) aufregte. Keiner von uns hatte einen Helm auf, nur die
Feldkappe. Nur die Hälfte trug eine Warnweste, und im Hochbau hätten wir auch einiges
verlegen sollen. Nachdem wir die Kaserne verließen gingen wir sofort in den Tiefbau über
und bauten den Rest der Strecke nur mehr im Tiefbau. Das passte ihm anscheinend nicht so
recht. Deshalb werden wir wahrscheinlich nächste Woche wieder einen Bauübung haben. Ich
habe es so im Gefühl. Zufrieden waren sie nicht besonders. Mir ist das völlig
gleichgültig. Lange bin ich ja ohnehin nicht mehr hier!
Auch heute ist es wieder total ruhig hier im Zimmer. Ich bin wieder einmal alleine im Zimmer und genieße die Ruhe. Meinetwegen können die Zimmerkameraden jeden Tag nach Hause fahren, oder wohin sie sonst fahren. Hauptsache ich habe hier meine Ruhe.
Mit einem Orientierungslauf begann dieser heutige Tag. Diesmal lief ich jedoch alleine, da derjenige, der mit mir laufen sollte heute Morgen ins Krankenrevier ging und vom Sport befreit wurde. So hirschte ich eben alleine und völlig motivationslos durch die Gegend. Ich lief nur an den Stellen wo es bergab ging. Bei allen übrigen ging ich, anstatt zu laufen. So benötigte ich auch 2 ¾ Stunden für die 11 ½ km lange Strecke und wurde letzter. Am meisten ärgerte mich, dass derjenige der vom Sport befreit wurde mit dem Auto durch die Gegend fuhr und mich gegen Ende des Laufes ständig aufforderte, dass ich laufen soll, obwohl ich dazu nicht mehr in der Lage war. Er fuhr gemütlich mit dem Auto und ich soll laufen!
Am Nachmittag stellten wir dann zur Übung verschiedene Antennen auf.
Wie die größten Idioten führen sich meine Kameraden vom FM-Zug auf. Sie glauben sie seien ganz besonders wichtig, cool und lässig. Je näher der Abrüstungstermin kommt, desto bescheuerter verhalten sie sich. Es beginnt schon beim Marschieren zum FM-Leersaal. Sie glauben, sie sind die Besten und können andere herumkommandieren und verarschen. Über jeden Fehler anderer lachen sie, und bei ihren eigenen tun sie so, als seien diese beabsichtigt, nur um zu testen, ob der Fehler anderen auffällt, oder sie schieben ihn anderen unter, was auch häufig vorkommt. Für mich sind und bleiben sie Idioten und Arschlöcher. Nicht alle, aber ein Großteil von ihnen.
Heute hatten wir wieder einmal eine Nachtausbildung. Besser gesagt eine Belehrung
durch den "Spieß" und eine durch unseren Kompaniekommandanten über das Abrüsten.
Über die Termine für die Abgabe der Ausrüstung und Bekleidung. Anschließend mussten wir
wieder einmal einen Fragebogen ausfüllen. Dieser beinhaltete Fragen über unsere Meinung
zum Bundesheer allgemein, über die Ausbildung und Verpflegung, usw. Auch über
Kameradschaft, welche bei mir aber ziemlich negativ ausfiel. Kein Wunder, bei solchen
Arschlöchern, mit denen ich mich hier abgeben muss!
Zum Schluss hatten wir noch eine Belehrung über Mobilmachung. Also was passiert, wenn
wirklich ein Ernstfall (Krieg in Österreich bzw. wo Österreich beteiligt ist) ausbricht,
und ich "alarmiert" und einberufen werde. Was ich dann zu tun habe.
Den restlichen Tag hatte ich ganz normal Dienst. Am Vormittag hatten wir eine Funkübung, und am Nachmittag luden wir das Gerät, welches wir am Montag und Dienstag zum Kabelbau benötigten vom Kfz aus, reinigten und überprüften es laut Zubehörliste und räumten es wieder ins Magazin.
Um 3 Uhr in der Nacht kamen meine Zimmerkameraden von ihrer nächtlichen Sauftour oder Disco-Besuch zurück. Warum ich das so genau weiß? Sie weckten mich auf, und führten sich noch ein wenig auf. Es hielt sich aber in Grenzen, und kurze Zeit später gingen sie auch ins Bett. Zum ersten Mal, seitdem ich bei denen, im "neuen" Zimmer, schlafe, dass sie auch hier in der Kaserne übernachteten. Das ist jetzt immerhin auch schon über zwei Wochen her. Sie schliefen bis 7 Uhr, obwohl um 6 Uhr schon Tagwache war. Ich weckte sie auch nicht extra auf, erst um 7 Uhr. 7 Uhr reicht auch noch zum Anziehen und waschen. Außerdem sollen sie sich ausschlafen.
Heute saß ich den ganzen Vormittag wieder einmal in der Vermittlung, wo sich nichts Besonderes abspielte. Um 11:30 Uhr hatte ich dann überraschender Weise Dienstschluss. Also ging ich noch schnell essen und danach ab zum Bahnhof und fuhr nach Hause.
Mit "Gartenarbeit" beschäftigte man uns heute am Nachmittag. Normalerweise wäre dazu die Betriebsversorgungsstaffel zuständig. Diese fährt nächste Woche zu einem Assistenzeinsatz nach Burgenland, und werden daher diese Woche darauf vorbereitet bzw. belehrt. Daher mussten wir vom FM-Zug diese Arbeit übernehmen, und das bei ziemlich warmen, ja schon fast sommerlichen Temperaturen. Wie üblich tat ich wieder einmal am meisten von allen. Die anderen machten ständig, nach nur wenigen Handgriffen, eine Pause oder sie glaubten, sie können den lässigen Kommandanten spielen. Mir geht das alles schon so auf den Geist. Ich habe ja nichts dagegen, wenn ich etwas arbeite, aber am meisten hasse ich es, wenn ich eh schon am meisten arbeite, dass ich dann auch noch alle möglichen anderen, zusätzlichen Arbeiten, auch wenn es nur Kleinigkeiten sich, auch noch erledigen soll, während die anderen zusehen oder sich einen schönen Tag machen. Sie sind die faulsten Säcke und die größten Arschlöcher.
Mir geht das ganze Bundesheer schon so derart auf den Keks. Heute hatte ich wieder zu überhaupt nichts Lust. Auch jetzt, nach Dienstschluss nicht. Normalerweise lese ich oder schreibe ein paar Briefe. Aber heute habe ich überhaupt keinen Bock dazu. Es ist jetzt auch schon einige Wochen her, dass ich meinem Schatz einen Brief geschrieben habe. Normalerweise bekommt sie jede Woche mindestens einen. Aber jetzt habe ich zum Briefeschreiben überhaupt keine Laune mehr. Ich bin so froh, wenn ich diesen ganzen Mist hinter mir habe und dir Arschlöcher nie mehr sehe. In 17 Tagen ist es soweit. Bis dahin dauert es aber leider noch eine ganze Weile!
Es gibt immer noch einige beim FM-Zug die einen Übungsfunkspruch nicht von einem realen Funkspruch unterscheiden können. Wir hatten eine ganz normale Funkübung. Weil mir dabei etwas langweilig wurde überlegte ich mir einen "gefinkelten" Funkspruch. Ich, als Leitfunkstelle, machte die Unterfunkstellen darauf aufmerksam, dass die Möglichkeit einer Funküberprüfung bestand, und ließ sie daher ihre Funkstellen tarnen und bewachen. Sollten sie es nicht befolgen, müssten sie zu Fuß in die Kaserne zurückkehren. Das ganze mit der Unterschrift des Kommandanten des Bataillons. Mit dieser Unterschrift ergibt sich eindeutig, dass es sich hier um einen Übungsfunkspruch handelt! Hätte ich mit einem Namen einer unserer Ausbildner unterschrieben, so hätte es sich um einen realen Funkspruch gehandelt. Dieser hätte dann auch wirklich ausgeführt werden müssen. Aber ich (als Leitfunkstelle) "unterschrieb" eben mit dem Namen des Bataillons-kommandanten! Ein Trupp bemerkte, dass es nur ein Übungsspruch war. Aber der zweite Trupp machte sich tatsächlich an die Arbeit und tarnte das Fahrzeug. Als sie dann bemerktem, dass sie sich umsonst so bemühten waren sie auch ziemlich sauer auf mich. Aber das sind sie ja ohnehin! Hassen sie mich eben noch mehr. Na und, ich kann damit leben. In 16 Tagen sehe ich sie ja eh nie wieder. Meine Schuld ist es nicht, wenn sie den Unterschied zwischen Übungsfunkspruch und Realfunkspruch nicht kennen, oder ihn diesmal übersehen haben. Außerdem schadet es ihnen nicht, wenn sie einmal mehr machen!
Heute war nichts besonderes los. Ich "half" wieder einmal in der Vermittlung aus. Dabei ereignete sich nichts Besonderes. Es war ein lockerer, gemütlicher Tag.
Je näher der Abrüstertag kommt, desto lustloser werde ich. Ich habe zu überhaupt nichts mehr Lust. Nicht nur hier in der Kaserne auch außerhalb, Zuhause oder wenn ich bei meinem Schatz bin. Am Wochenende freute mich überhaupt nichts, was meinem Liebling ganz besonders wehtat, weil sie nichts mit mir anfangen konnte. Woran das liegt? Ich weiß es nicht. Ich will es auch nicht auf das Bundesheer schieben, denn was kann das Militär dafür wenn ich zu nichts Lust habe?
Heute war ich wieder in der Kasernenvermittlung tätig. Am Vormittag ist hier am meisten los. Am Nachmittag tut sich dann nicht mehr so viel. Da gibt es Zeiten, da ist überhaupt nichts los, da kann man ungestört lesen. Und dann läuten wieder mehrere Telefone gleichzeitig, jeder von denen benötigt "dringend" eine wichtige Telefonnummer, oder ist verärgert, wenn er den gewünschten Telefonpartner nicht gleich bekommt. Die meiste Zeit ist aber nicht viel los, Hin und wieder läutet ein Telefon. Ein paar Tastendrücke und die Sache ist wieder erledigt. Der Tag in der Kasernenvermittlung vergeht ziemlich schnell.
Jetzt, in der dienstfreien Zeit tut sich nichts besonderes, es ist ziemlich friedlich
heute.
Die "Wehrdiensterinnerungsmedaille" und die dazugehörige Urkunde bekamen wir
heute Morgen als Zeichen des abgeleisteten Grundwehrdienstes. Ich habe diese gleich zu
den anderen Urkunden in den Spind gelegt und das "Abzeichen", die Medaille, auch
gleich dazu.
Früher als geplant gaben wir heute die Waffe, das Feldmesser, die ABC-Schutzmaske und
den ABC-Schutzanzug zurück. Also packte ich nach dem Sport, wo wir wieder Fußball
spielten, und nach der allerletzten Waffenvisite diesen Krempel in eine Tasche und das
Gewähr hängte ich mir gleich um die Schulter. So ging ich zur Waffenkammer. Kurz
nachdem ich aus dem Zimmer ging meckerte mich ein Ausbildner an, weil ich die Waffe nicht
ordnungsgemäß trug, sondern sie umgehängt habe. Als ich darauf nur "ja", so in
der Art "regen sie sich nicht auf" sagte, meinte er ich soll nicht nur
"ja" sagen, sondern die Waffe auch "richtig" in die Hand nehmen. Also
tat ich ihm diesen Gefallen. Wenn er sich dadurch besser fühlt.
Der Sport und das Abgeben der Waffe waren die einzigen dienstlichen Aktivitäten des
heutigen Tages. Der Rest des Tages war sozusagen "Freizeit", inoffiziell
natürlich! Ich nutzte diese Zeit und reinigte meine restliche Ausrüstung, welche wir
entweder morgen oder übermorgen abgeben werden. Sonst saß bzw. lag ich im Feldbett herum
und sah zu wie die Zeit vergeht. Tja, solche Zeiten, wo man während des Dienstes fast nur
irgendwo herumsitzt und nicht wirklich beschäftigt ist, hätte es früher nie gegeben, und
während der ABA schon gar nicht! Jetzt bin ich ein "Abrüster", und da geht es
eben um nichts mehr. Da heißt es dann nur mehr, wie bringe ich die Zeit hinter mir?
Zumindest war es heute so.
Nach dem heutigen "Dienst" war ich wieder einmal auswärts Essen, und zwar in meiner "Stammpizzeria". Dazu gibt es eigentlich nichts Besonderes zu sagen. Die Pizza schmeckte wieder ziemlich gut. Ich kann die Pizzeria also nur jedem in Melk weiterempfehlen. "Venezia" heißt sie, und ist im Zentrum der Stadt.
Es ist ein schönes Gefühl, wenn der Spind fast leer ist. Das einzige was noch darin liegt ist mein ganz privates Zeug. Und leider auch noch der Trainingsanzug. Sonst habe ich heute alles abge-geben. Das kann nur bedeuten, dass ich das alles bald endgültig hinter mir habe. Ursprünglich war geplant, dass wir heute nur einen Teil der Ausrüstung (Schlafsack, Unterrollmatte, die beiden Rucksäcke, Essgeschirr, Feldflasche, Traggerüst, usw.) zurückgeben, und die restliche Ausrüstung erst morgen. Da wir aber anscheinend ziemlich schnell mit dem Abgeben waren, gab ein Teil von uns auch noch den Rest, bis auf den Sportanzug, ab, und darunter war eben auch ich. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Die gesamte Uniform abgegeben zu haben und sie (hoffentlich) nie mehr tragen zu müssen.
Die meiste, restliche Zeit verbrachte ich im Zimmer und da lag ich auch fast nur im Bett herum und genoss das "Nichtstun". Da ich keine Ausrüstung mehr habe, muss ich auch keinen Dienst als Charge vom Tag oder als Bereitschaft leisten. Ach, es ist einfach ein tolles, herrliches Gefühl all den Bundesheer-Krempel los zu sein. Das kann man nicht beschreiben, das muss man selber erleben!
Zum heutigen Tag gibt es nichts besonderes zu sagen. Die Unterkunft wurde heute gründlich gereinigt. Speziell die Unterkünfte (Mannschaftszimmer). Ich half wieder einmal in der Kasernen-Vermittlung aus. Als ich ein FAX zu unserem ehemaligen Kompaniekommandanten brachte regte sich dieser auf, weil ich im Sportanzug und nicht im Dienstanzug in der Vermittlung saß. Als ich ihm dann erklärte, dass ich die gesamte Ausrüstung (bis eben auf den Sportanzug) bereits abgegeben habe, war er ganz ruhig und sagte nichts mehr.
Gestern fand in der Werkstätte eine kleine "Abrüsterfeier" mit den Grundwehrdienern und dem Kader des Instandhaltungs-Zugs statt, wobei es einer mit dem Alkohol ziemlich weit trieb. So weit, dass er ins Krankenhaus gebracht werden musste.
Der heutige Tag war wieder einmal völlig umsonst! Die "Abrüsteruntersuchung" stand am Programm. Diese wirklich lächerliche "Untersuchung" bestand aus einer Messung des Gewichtes und einer Unterschrift, die besagte, dass ich durch das Bundesheer keine bleibenden Schäden erlitten habe. Diese Angelegenheit dauerte höchstens ein paar Minuten und etwas Zeit zum Warten, bis man an der Reihe war. Das Ganze wurde gleich in der Früh, nach der Standeskontrolle (7:30 Uhr) durchgeführt. So gegen 8 Uhr war ich dann wieder im Zimmer. Um 14 Uhr durften wir dann schließlich die Kaserne verlassen. Bis dahin, mit Ausnahme des Mittagessens, lag ich die ganze Zeit im Bett und sah in die Luft. Ich, und alle anderen, warteten sehnlichst darauf, endlich nach Hause fahren zu können. Die einzigen Gesprächsthemen von den anderen im Zimmer waren: wo bekomme ich jetzt noch Alkohol her, "Weiber" und vor allem Sex. Wie gerne würden sie jetzt eine Frau in ihrem Feldbett haben, dazu eine Flasche Bier und eine Zigarette im Mund. So ging es die ganze Zeit dahin!
Die gestrige Nacht war für die meisten, sicherlich für fast alle die letzte Nacht in der Kaserne. Es ging auch dementsprechend zu. Ich ging zwar schon ziemlich früh, so wie fast immer zu Bett und sperrte sicherheitshalber die Türe zum Zimmer von innen zu, was sich auch als "richtig" erwiesen hatte. Die Arschlöcher, aus dem FM-Zug, bzw. meine Ex-Zimmerkameraden versuchten mehrmals, betrunken in mein Zimmer zu gelangen und was weiß ich alles anstellen. Aber leider zu ihrem Pech und zu meinem Glück kam ich zuvor und sperrte die Türe ab. So hatte ich meine Ruhe und konnte, ohne dass mich jemand störte schlafen.
Nur weil ich diesen Quatsch jetzt bald hinter mir habe? Dass ist doch noch lange kein Grund, dass ich mich wie die größten Idioten aufführe, und mich mit Bier oder anderem Alkohol ansaufe. Kann schon sein, dass die meisten darüber anders denken! Für mich ist das kein Grund mich vollaufen zu lassen. Eine "Abrüsterfeier" meinetwegen, dass tut es doch auch, oder etwa nicht?
Wieder ein völlig sinnloser (Vormit)-Tag. Heute gaben wir die letzten Utensilien zurück. Zuerst den Trainingsanzug, und etwa 2 Stunden später das Bettzeug, den Trinkbecher und das Feldbesteck. Die restliche Zeit lag ich wieder im Bett und versuchte sie so zu überbrücken, bis wir dann nach dem Mittagessen nach Hause durften.
Endlich, der lang ersehnte 27.Mai ist gekommen. Zum letzten Mal betrat ich heute die Kaserne, und zum letzten Mal verließ ich sie auch. Aber zuvor gab es noch eine Kleinigkeit zu erledigen. Und zwar den so genannten "Laufzettel". Mit diesem Stück Papier ging ich zu den wichtigsten Kanzleien und zu meiner Dienststelle (FM-Zug). Am längsten wartete ich beim "Wirtschaftler", da staute es. Das letzte Geld bekam ich da, die Fahrkarte für den Zug, den ich nicht benötigte, da ich mit meinem eigenen Auto kam, und noch eine Kleinigkeit zum Essen, ein paar Dosen. Dann durfte ich endlich gehen, und brauche hoffentlich nie mehr kommen. Abgehen wird mir die Kaserne mit Sicherheit nicht, obwohl es sich im Feldbett sehr, sehr gut schlafen lässt. Ich muss es ja wissen. Immerhin verbrachte ich ja die meisten Nächte und auch unter Tags ziemlich viele Stunden in diesem angenehmen Bett.
Ich fühle mich total gut, dass ich diesen Blödsinn jetzt endlich hinter mir habe. Ich freue mich schon, wenn ich arbeiten gehen kann, wenn ich dann etwas Sinnvolles mache und nicht irgendetwas, nur damit die Zeit vergeht. Zuvor werde ich mich aber noch etwas vom Bundesheer erholen. Das brauche ich jetzt schon ziemlich dringend. Diese acht Monate haben sich dahingezogen. Am schlimmsten waren die ersten zwei Monate, die restlichen vergingen so halbwegs, und die letzten 100 Tage verflogen fast. Aber jetzt hab ich es geschafft und diese Zeit wäre somit auch überstanden. Sinnlos fand ich diese Zeit trotzdem, reine Zeitverschwendung! Jetzt kann ich wieder machen wonach ich Lust und Laune habe.
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